ADAS-Check: Hat dein Auto Fahrer-Assistenz-Systeme?
Beantworte 5 Fragen — wir zeigen dir, welche ADAS-Systeme dein Fahrzeug hat, ob eine Kalibrierung nach Frontscheiben-Wechsel nötig ist und mit welchen Mehrkosten du rechnen musst. Wichtig vor jedem Werkstatt-Termin.
Wie alt ist dein Auto?
ADAS-Systeme sind erst ab ca. 2015 weit verbreitet.
Schau hinter den Innenspiegel — was siehst du?
Direkt unterhalb der Frontscheibe, in der Mitte oben.
Welche dieser Funktionen hat dein Auto?
Kannst du im Cockpit oder Bordcomputer aktivieren?
Hat dein Auto ein Head-up-Display (HUD)?
Tempo + Navi werden in die Frontscheibe projiziert.
Welche Marke und Klasse?
Bestimmt den Kalibrierungs-Aufwand und Werkstatt-Anforderungen.
Was ADAS bedeutet und warum es teuer ist
ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems — Sammelbegriff für alle elektronischen Assistenz-Systeme, die heute in moderne Autos eingebaut sind. Die meisten dieser Systeme arbeiten über eine Kamera direkt hinter der Frontscheibe — und das macht den Frontscheiben-Wechsel so kompliziert (und teuer).
Die 6 wichtigsten ADAS-Systeme im Detail
Spurhalte-Assistent (LKA): Erkennt Spurmarkierungen über die Frontkamera und korrigiert das Lenkrad sanft, wenn du ohne Blinker die Spur verlässt. Kalibrierung nach Wechsel: 200–350 €.
Adaptiver Tempomat (ACC): Hält automatisch Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Beschleunigt und bremst selbständig. Kalibrierung: 250–400 €.
Notbrems-Assistent (AEB): Erkennt drohende Auffahrunfälle und bremst automatisch — kann tödliche Unfälle verhindern. Kalibrierung: 280–450 €.
Verkehrszeichen-Erkennung: Liest Verkehrsschilder (Tempo-Limits, Überholverbote) und zeigt sie im Display an. Kalibrierung: 180–280 €.
Head-up-Display (HUD): Projiziert Tempo, Navi-Anweisungen und Warnungen in die Frontscheibe. Erfordert spezielle reflexarme Beschichtung. Kalibrierung: 350–600 €.
Nachtsicht-Assistent: Infrarot-Kamera verbessert Sicht bei Dunkelheit, hebt Personen und Tiere hervor. Kalibrierung: 400–800 €.
Warum Kalibrierung nicht optional ist
Eine ADAS-Kamera, die nach dem Frontscheiben-Wechsel nicht korrekt eingestellt wird, kann verheerende Fehler machen: Spurmarkierungen werden falsch interpretiert, Notbremsung löst zu spät aus, der adaptive Tempomat misst falsche Abstände. Im Extremfall: Unfall durch Fehlfunktion, an dem du als Fahrer haften könntest.
Werkstätten sind gesetzlich verpflichtet, die Kalibrierung durchzuführen und zu dokumentieren. Das Mess-Protokoll mit den exakten Werten ist dein Beweis, dass die Werkstatt korrekt gearbeitet hat — bei einem späteren Unfall ist das oft entscheidend.
Statische vs. dynamische Kalibrierung
Statische Kalibrierung: Werkstatt-Raum mit klimatisierter Temperatur, kalibrierten Mess-Tafeln in präzise definiertem Abstand. Diagnose-Gerät steuert die Kamera-Software. Pflicht bei Audi, Mercedes, Tesla, Porsche. Dauer: 90–120 Minuten.
Dynamische Kalibrierung: Probefahrt auf gut markierter Straße bei Tageslicht. Diagnose-Tablet überwacht die Kalibrierung in Echtzeit. Ausreichend für viele VW, BMW und Volumen-Modelle. Dauer: 30–45 Minuten.
So erkennst du, dass die Kalibrierung nötig ist
Schau hinter den Innenspiegel: Siehst du eine schwarze, etwa fingerlange Box mit einer Linse? Das ist die ADAS-Kamera. Im Cockpit erkennst du ADAS-Funktionen an Symbolen für Spurhalte (zwei parallele Linien), Notbremsung (Auto mit Bremsbalken) oder adaptiven Tempomat (Tempomat-Symbol mit Wellenlinie).
Im Fahrzeugschein oder COC-Dokument sind die Assistenzsysteme unter "Fahrerassistenzsysteme" aufgeführt. Bei aktuellen Modellen ab 2020 ist mindestens Notbrems-Assistent und Spurhalte oft Pflicht-Ausstattung.
Was bei der Werkstatt-Buchung wichtig ist
Vor dem Termin: Kläre, ob die Werkstatt deine Marke korrekt kalibrieren kann. Bei Premium-Marken (Audi, Mercedes, Tesla): nur ADAS-zertifizierte Werkstätten mit Spezial-Hardware. Carglass und Wintec haben das in den meisten Filialen, freie Werkstätten nicht immer.
Nach dem Termin: Mess-Protokoll mit Werten und Datum verlangen. Digital archivieren. Bei späteren TÜV- oder Versicherungs-Fragen ist das dein Beweis-Dokument.
Sonderfall: Tesla und andere Elektroautos
Bei Tesla-Modellen ist die Autopilot-Kamera Teil eines komplexen Sensorik-Bündels. Kalibrierung erfordert Tesla-Spezialhardware oder zertifizierte Aftermarket-Werkstatt. Carglass und Wintec sind seit 2024 Tesla-zertifiziert — können Komplett-Wechsel inklusive Autopilot-Kalibrierung durchführen. Bei freien Werkstätten: vorher klären, ob Tesla-Kalibrierungs-Hardware verfügbar.
Häufige Fragen zum ADAS-Check
Wie genau ist der ADAS-Check?
Der Check kombiniert Baujahr, Marke und sichtbare Sensorik — das ergibt eine fundierte Einschätzung mit ca. 90 % Treffergenauigkeit. Definitive Klärung erfolgt durch Werkstatt-Diagnose vor Ort.
Was wenn der Check sagt "ADAS unklar"?
Bei unklarer Situation tendiert der Check zur konservativen Einschätzung — also tendenziell ADAS-Annahme. Im Werkstatt-Termin wird das Fahrzeug ohnehin getestet. Sicherheitshalber Kalibrierungs-Budget einplanen.
Übernimmt die Versicherung die ADAS-Kalibrierung?
Ja — bei Glasschaden ist die Kalibrierung integraler Bestandteil und wird mit übernommen. Du zahlst keine zusätzliche SB für die Kalibrierung, nur die einmalige Standard-SB.
Was kostet die Kalibrierung am häufigsten?
Standard-ADAS-Kalibrierung (Spurhalte + Tempomat): 200–400 €. Mit Notbrems-Assistent und Verkehrszeichen: 350–600 €. Premium-Pakete mit HUD und Nachtsicht: bis zu 800 €. Im Komplettpaket mit Scheibenwechsel oft 30 % günstiger.
Kann ich die Kalibrierung skippen, wenn das Auto noch fährt?
Nein. Die Kalibrierung ist gesetzlich vorgeschrieben. Werkstätten dürfen das Auto nicht ohne Kalibrierung freigeben, wenn ADAS vorhanden ist. Bei Skippen: Haftungsrisiko bei Unfall, Beweispflicht bei dir.
Mehr Tools für die Kosten-Planung
ADAS-zertifizierte Werkstatt finden
Wir vermitteln dich an Werkstätten mit Spezial-Hardware für deine Marke — Mess-Protokoll-Garantie, Direkt-Abrechnung mit Versicherung.
Werkstatt finden